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NR

NR

  • Allgemeine Bezeichnung:
    NR oder Naturkautschuk
  • Überwiegende chemische Struktur:
    Cis-1,4-Polyisopren

Naturkautschuk besitzt verschiedene Grundeigenschaften

  • Er besitzt im Rohzustand eine optimale Haftfestigkeit, die von keinem anderen Elastomer übertroffen wird;
  • Er besitzt eine hohe Bruchfestigkeit, die nur von urethanhaltigen Elastomeren übertroffen wird;
  • Er weist eine niedrige Erwärmung durch Hysterese auf;
  • Er besitzt eine hohe Biegefestigkeit, die teilweise nur von Polychloropren, BR und IIR erreicht wird;
  • Er besitzt eine niedrige Gaspermeabilität;
  • Er besitzt einen hohen elektrischen Widerstand;
  • Er besitzt eine sehr niedrige Widerstandskraft gegen atmosphärische Einflüsse;
  • Er besitzt eine hohe Abrieb und Reißfestigkeit;
  • Er besitzt praktisch keine Beständigkeit gegen Öle und Kohlenwasserstoffe;
  • Durch Übervulkanisation mit hohem Schwefelanteil bis 30 % erhält man Ebonit, eine feste und spröde Substanz mit hoher Beständigkeit gegen chemische Substanzen.

Überwiegende chemische Struktur

Naturkautschuk (NR) ist eine natürliche Substanz, die aus der Hevea Brasiliensis in Form von Latex gewonnen wird, einer wasserhaltigen Flüssigkeit mit anorganischen und organischen Bestandteilen mit hohem Molekulargewicht.
Naturkautschuk ist eine ausschließlich aus Kohlenstoff- und Wasserstoffatomen gebildete makromolekulare Substanz mit der Summenformel (C5H8)n, die pro 5 Kohlenstoffatomen eine Doppelbindung besitzt (mit CIS-Konfiguration), sowie eine Struktur cis-1,4-Polyisopren mit repetitiver monomerer Einheit. Trotz seiner zahlreichen nützlichen Eigenschaften besitzt Naturkautschuk auch einige Nachteile.

Früher waren Kautschukerzeugnisse klebrig und übel riechend, sie wurden bei Wärme weich und bei Kälte hart, weshalb man versuchte, die Eigenschaften des Kautschuks durch mechanische Behandlung und Mischung geeigneter Zusatzstoffe zu stabilisieren. Erste Erfolge erzielte man mit dem Mastikator von Th. Hancock mit konzentrischen Zylindern, die das Material zerfaserten, sowie formbar und aufnahmefähig für die Zusatzstoffe machten (1820); anschließend konzentrierte man sich auf die Erforschung von physikalisch-chemischen Bearbeitungsmethoden der Mischungen, und mithilfe geeigneter Lösungsmittel (Äther, Terpentin, Öl) erhielt man relativ stabile Kautschuklösungen zur wasserabweisenden Beschichtung von Geweben (Ch. MacIntosh, 1823) und zur Herstellung von elastischen Garnen (Th. Hancock, 1837).
Die erste Vernetzung des Kautschuks wurde 1839 durch Charles Goodyear erzielt, der die Vulkanisation entwickelte, ein Prozess, in dem durch Erhitzung des Kautschuks mit Schwefel eine Vernetzung der Polymerketten erzielt wird. Die Vernetzung steigert die Widerstandsfähigkeit des Kautschuks und dient in gewisser Weise als „Gedächtnis“, welches das Polymer dabei unterstützt, nach einer Dehnung zu seiner ursprünglichen Form zurückzukehren.

Anwendungsgebiete

Naturkautschuk besitzt verschiedene Anwendungsgebiete. Er wird im Automotive-Sektor zur Herstellung von vibrationshemmenden Motoraufhängungen oder für Komponenten eingesetzt, bei denen Elastizität unter schwierigen mechanischen Bedingungen sehr wichtig ist. Die gleiche Verwendung finden wir im Eisenbahnsektor.
Naturkautschuk ist auch optimal für alle Werkstücke, die mit Salzwasser in Kontakt treten, beispielsweise Dichtungen für Unterwasserrohre. Ein weiterer wichtiger Einsatzbereich für diesen Kautschuktyp ist der Schiffsbau, wo er für Motorenhalterungen, elastische Verbindungen und alle Anwendungen verwendet wird, die einen Kontakt mit Salzwasser beinhalten.

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